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Weiterfahrt über Agh. Nicolaos nach Metangitsi. Wer Zeit hat sollte noch einen Abstecher zum Mount Holomondas machen. Wunderschöne Straßen kreuz und quer durch die Berge. Wer weniger Zeit hat sollte zumindest über Plana, Megali Panag, Paleochori und Neochori fahren. 3 Kilometer nach Neochori dann links ab und entweder die nächste rechts oder bis Varvara und dann rechts nach Olymbiada. Die Ducatifahrer unter euch werden die Strecke wahrscheinlich gleich mehrmals fahren ;-) Angenehm kühl, da fast 1000 m hoch und dichter Laubwald. Hier hat’s alle Kurven und Kurvenkombinationen die man sich vorstellen kann. Anschließend geht es über Stavros, Asprovalta nach Kavala. Eine schöne Stadt deren Hafenpromenade man zumindest mal langfahren sollte. Jede menge Bikershops falls jemand was braucht. Beeindruckendes Viadukt mitten über der Stadt. Dann weiter auf der Schnellstraße über Nea Kavali und bei Gerondas der Beschilderung nach Thassos rechts abbiegen. Die Fähre bringt ein Motorrad mit Fahrer für 4,50 Euro nach Thassos. Der Zeltplatz „Golden Beach“ in Amoudia hat mir persönlich nicht so gut gefallen, ich bin bis kurz nach Potos weitergefahren wo ich mich auf dem Zeltplatz „Pefkari“ unter deutscher Leitung gut aufgehoben fühlte. Allgemein sei vielleicht mal noch zu erwähnen, dass es auf den Zeltplätzen in Griechenland eher gediegen zugeht. Es sind überwiegend Dauercamper mit Hauszelten oder Wohnmobilen. Igluzelte bekommen meist keinen Platz in dem Sinn zugewiesen, sondern eher eine kleine Ecke. Auf größeren Zeltplätzen teilt man sich eine Wiese mit allen anderen. Hier wird dann kreuz und quer gecampt und der Weg zum eigenen Zelt wird zum Spießroutenlauf. Wildcampen ist oft verboten und wer z.B. auf Chalkidiki morgens von der Polizei erwischt wird sollte 160 Euro parat haben oder für die nächste Zeit keinen weiteren Griechenlandurlaub mehr planen ;-)
Für mich mittlerweile obligatorisch, habe ich am nächsten Tag eine Tour durch die Berge von Thassos gemacht. Wie auf jeder Insel gibt es auch hier wieder ein ganzes Staub- und Schotterstraßennetz welches ich wie immer für die Endurofreunde empfehlen kann. Hier ist es allerdings recht steinig und man muss schon ein bisschen genauer arbeiten als auf Sithonia. Trotzdem lohnt es sich. In den Bergen gibt es mehrere Klöster, Bergdörfer und bei Maries sogar einen Bergsee mit Wasserschildkröten. Die Bergdörfer sind, für die Straßenkreuzer unter euch, auch über Zugangsstraßen von der Küste aus erreichbar. Nur müsst ihr halt immer wieder runter, die Küste entlang und wieder hoch. Auf den Schotterpisten in den Bergen gibt es einige wunderschöne Aussichtspunkte von denen aus größte Teile der Insel einzusehen sind. Ich trinke also meinen obligatorischen Frappé in Maries bevor ich die Insel vollends überquert habe und entlang der Küste wieder zum Zeltplatz zurückkehre.

Am nächsten Tag habe ich mich dann noch in den Norden aufgemacht. In der Nähe der Bulgarischen Grenze befinden sich die Western Rodopi Berge und weiter westlich der Karandere Wald. Ich bin von Thassos wieder mit der Fähre nach Keramoti, Hrisoupoli und dann weiter nach in die Kavala Berge. Durch die vielen kleinen Ortschaften ist man schnell gefahren und kommt bald in Lekani an. Ich habe im Ort zu Abend gegessen und am Ortsrand in den Bergen übernachtet. Ich muss allerdings gestehen, erst spät am Nachmittag in Thassos losgefahren zu sein. Der Bereich um Lekani ist wirklich empfehlenswert. Die Kavalaberge sind bis zu 1300 Meter hoch und die Straße bietet viele Gelegenheiten die Aussicht zu genießen. Eine sehr ruhige Gegend in der sich kaum ein Tourist verirrt. Die Straßen sind überwiegend gut, aber man muss ständig mit Ziegen- oder Kuhherden rechnen, bzw. deren Hinterlassenschaften.

Am nächsten Tag bin ich dann über Kechrokambos nach Stavroupoli und dort am Fluss Nestos entlang bis Paranesti gefahren. Hier habe ich mich noch mal mit allem eingedeckt bevor ich mich auf den Weg in die einsamen Wälder gemacht habe. Zunächst Richtung Prasinada, dann aber nach Dipotama. Spätestens hier sind sie dann auf sich alleine gestellt. Die Staubstraße wird teilweise ganz schön anstrengend da sehr felsig und viele quer verlaufende Auswaschungen das Weiterkommen mühsam machen. Ich lege euch den Kauf einer guten Straßenkarte nahe. Ich kann nur die 2er Karte von RoadEdition empfehlen. Hier ist wirklich jeder noch so kleine Pfad drauf und jede Entfernung zwischen den einzelnen Abzweigungen. Hier oben gibt es nämlich keine Ortschaften und keine Schilder mehr, aber trotzdem einige Abzweigungen die nicht beschildert sind und ins Nichts führen. Die Wege sind mit unseren Forstwegen zu vergleichen. Dementsprechend werden sie aber auch hierzu genutzt und bieten nicht immer den idealen Zustand zum Motorradfahren. Der Wald besteht meist aus dichten, hohen Tannen wie beispielsweise im Schwarzwald. Der Weg geht teilweise bis 1500 Meter hoch und hin und wieder wird man mit einer Aussicht auf die umliegenden Berggipfel und den Tälern über die man gekommen ist, belohnt. Ich hatte vor, mich in zwei Tagen in den Bergen über Potami nach Nevrokopi durchzuschlagen und dann über Vrondou nach Serres. Es hatte allerdings in der Nacht bereits geregnet und gegen Mittag dann wieder angefangen. Gegen 14.00h hat es dann dermaßen runter gemacht das ich nach 2 Stunden durchgeweicht war. Die Wege wurden immer rutschiger, gesehen hab ich auch nicht mehr viel und so kam es dann nach längerer Talfahrt auch zu einem Ausrutscher. Da ich alleine unterwegs war, habe ich eine halbe Stunde gebraucht, bis die Mühle wieder stand. Natürlich regnete es munter weiter und meine Gedanken waren immer wieder bei dem sonnigen Strand auf Thassos. Als ich dann an der Kreuzung ankam, die meine Entscheidung abverlangte, hat es mich doch wieder Richtung Süden gezogen. Ich fuhr weitere 2 Stunden im Regen in den Ort mit dem passenden Namen Drama. Von hier aus dann wieder nach Kavala und über die Fähre nach Thassos. Durch die Wärme und Sonne kurz nach Drama war ich, bis ich an der Fähre ankam, schon wieder überwiegend trocken. Noch einmal alles zum Trocknen und Lüften aufgehängt, gut gegessen und mich am nächsten Tag auf den Weg an die Bulgarische Grenze gemacht. Die Strecke ist übrigens auch nicht schlecht. Ich würde wohl nicht extra dort entlang fahren, aber wer eh schon die Richtung einschlägt, wird auch dafür belohnt. Nachdem mir von Übernachtungen in Bulgarien abgeraten wurde und auch sonst einige Warnung zugetragen wurden, habe ich mich entschlossen, in Griechenland, kurz vor der Grenze, noch mal zu übernachten und am nächsten Tag Bulgarien in einem Rutsch zu durchqueren. Ich habe also noch in Sidirokastro im einzigsten Hotel des Ortes übernachtet, eh ich mich am nächsten Tag auf den Weg gemacht habe. An der Bulgarischen Grenze musste ich mir dann noch eine GreenCard zu knapp 5 Euro kaufen bevor es dann gelangweilt durch ein armes, verlorenes Land ging. Natürlich sieht man auf dieser Strecke nicht gerade den schönsten Teil des Landes und ich will mir auch kaum ein Urteil über den Zustand des Landes erlauben. Von den Hauptverbindungsstraßen aus gesehen ist kaum ein Land besonders schön. Ich kann nur von dem sprechen, was ich gesehen habe, aber da ist mir eben die Armut aufgefallen. Alte, verdreckte Industrie, Fabriken deren Mitarbeiter in Räumen mit eingeschlagenen Fenstern sitzen, kaputte Straßen, Obdachlose die ihr Hab und Gut auf einem Planwagen oder Eselskarren durch die Gegend fahren, Straßenstrich ...

Was ich jedoch nicht fand, war Aggressivität. Ich wurde vor Steinen werfenden Kindern gewarnt, korrupten Polizisten, als Polizei verkleidete Trickbetrüger und allerlei sonstiger krimineller Energie. Ich habe nichts davon gesehen. Vielleicht habe ich auch einfach nur Glück gehabt, aber ich kann diese Horrorgeschichten nicht bestätigen. Das gleiche gilt übrigens für Rumänien. Natürlich ist auch Rumänien ein armes Land und bei einem Durchschnittseinkommen von 130 Euro monatlich, könnte ich es den Leuten nicht verübeln wenn sie neidisch wären. Aber auch hier habe ich nur freundliche und gastfreundliche Menschen getroffen. Man hat das Motorrad bestaunt, gefragt was so etwas kosten würde, wo ich her käme und was ich mir in Rumänien alles anschauen möchte, aber niemals war Neid oder sonst eine negative Stimmung.

Aber der Vollständigkeit halber sollte ich vielleicht noch ein kleines bisschen ins Detail gehen, wie ich gefahren bin. Bulgarien wirklich nur über Sophia nach Ruse und ab über die Grenze Richtung Bukarest. Nachdem es in Bukarest auch wieder platschte wie verrückt und ich teilweise überflutete Straßen durchqueren musste, nachdem mir kurz zuvor ein fehlender Kanaldeckel aufgefallen war, hatte ich die Begeisterung an einer Stadtrundfahrt verloren. Die Straßen sind teilweise in sehr üblem Zustand und verlangen hohe Konzentration. Des weiteren scheinen Rumänen Motorradfahrer nicht gewohnt zu sein und so muss man auch noch auf die Autofahrer aufpassen. Bin also weitergefahren bis Pitesti wo ich in einem wunderschönen Hotel untergekommen bin. Wer es sich mal richtig gut gehen lassen will, und bereit ist ein paar Euro mehr auszugeben, dem kann ich hier das Hotel Victoria empfehlen. Ein Einzelzimmer kostet hier zwar regulär schon seine 49 Euro, aber die ist es auch wirklich wert und es lässt sich manchmal auch noch ein bisschen handeln. Das wirklich schöne an dem Hotel ist auch, dass es einen versteckten Innenhof innerhalb des verschlossenen Kundenparkplatzes gibt. Hier kann man wahrscheinlich noch den Geldbeutel auf dem Motorrad über Nacht liegen lassen, ohne das er fort kommt. Das Hotel wurde erst vor kurzem neu renoviert und ist bestens ausgestattet. Das dazugehörige Restaurant ist gut und günstig.

Am nächsten Tag ging’s dann weiter in die transilvanischen Berge Richtung Brasov. Kurz vor Brasov liegt Bran, durch sein kleines Schloss im Zusammenhang mit Dracula bekannt. Wer schon die Strecke fährt, wird wohl auch einen kurzen Besuch abstatten, aber erwartet nicht zu viel. Es ist nur eine Sage die nichts mit der Realität zu tun hat und noch nicht einmal von dort kommt. Daher findet man im Schloss auch keinerlei Andeutungen zu dem Thema Dracula. Wenn nicht ein Dracula-Markt auf dem Parkplatz wäre, könnte man meinen, am falschen Schloss zu sein. Ich habe mir anschließend die Fahrt durch Brasov ersparen wollen und habe die kleinere Straße von Zarnesti nach Sercaia genommen. Die Strecke besteht allerdings überwiegend aus mit Asphalt zusammengeklebten Löchern und darunter aus maroden Betonplatten. Ich stellte mir also die Frage ob die höhere Belastung für mich und Motorrad wirklich eine lohnenswerte Abkürzung war. Jedenfalls anschließend weiter nach Sibiu und später Richtung Norden nach Cluj. Viele fahren auch von Sibiu über Deva nach Arad und dort über die Grenze, aber mir entgegenkommende Motorradfahrer schienen nicht sonderlich begeistert und so habe ich die andere Strecke ausprobiert. Ich muss sagen, Cluj hat mich beeindruckt. Viele mächtige Gebäude, Kirchen, Denkmäler ... Eine schöne Stadt die mit Sicherheit noch einiges mehr zu bieten hat, als mir in der kurzen Zeit zugänglich wurde.

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