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01.05.04
Für heute ist geplant, über die kleine Straße Richtung Skala und Kato Katelios nach Vlachata weiter zu fahren. Dort soll die Fähre nach Zakynthos starten. Will herausfinden, wann sie losgeht, eh ich mir die Insel weiter ansehe. Möchte auch noch mal in die Berge hoch, Richtung Valsamata. Bis jetzt waren alle Straßen die auf meiner Karte eingezeichnet waren, asphaltiert. Sollte also kein Hexenwerk sein, die Insel vollends zu umrunden.

In Vlachata stellt sich dann raus, dass die Fähre in Pesada, einem kleinen Dorf in der Nähe von Metaxada, losgeht. Nachdem ich mich durchgefragt habe, komme ich an diesem kleinen Anlegeplatz an, dessen Hinweisschild Aufschluss über die zwei Fährverbindungen pro Tag gibt. 7:45h und, ja es ist wirklich so, 17:30h!!! steht doch auf dem Schild, man muss nur richtig hin schauen. (Allgemeiner Hinweis bzgl. Fährverbindungen: Bis April scheinen die Fähren wenn überhaupt, dann nur einmal morgens zu fahren. Ab Mai dann zwei mal täglich.) Da es erst 12:45h ist, entschließe ich mich noch einen Abstecher ins Inselinnere zu machen. Eine wunderschöne Straße führt direkt in die Berge und nach herrlichem Rückblick ins Tal und Richtung Argostolion geht es auf der E50 durch ein Hochplateau in Richtung Sami.

Kurz vor Sami entscheide ich mich die Drogarati-Höhle zu besichtigen. Gerade in den etwas heißeren Jahreszeiten sicher eine willkommene Abwechslung bzw. Erfrischung da es im Inneren konstante 18°C und 90% Luftfeuchtigkeit hat. Der Eingang der circa zwei Millionen Jahre alten Höhle ist 60 m unter der Erde. Sie ist ungefähr 900 m² groß und hat eine fantastische Akustik dank derer manchmal Konzerte stattfinden. Ein idealer Zwischenstop in der Mittagszeit der mit einem kleinen Snack in einer der umliegenden Tavernen abgerundet werden kann. Anschließend geht es weiter nach Sami und wieder über die Westküste zurück. Ich fahre noch mal runter an den Strand von Myrtos. Ein wirklicher Traum, entschließe mich dann aber doch weiterzufahren und nicht schwimmen zu gehen. Nur noch zwei Stunden Zeit, ist vielleicht doch ein wenig knapp. Die Strecke entlang der Westküste weist nicht viel neues auf, dafür eine Kurve an der anderen und nach ein paar Kilometern nehme ich die Umgebung (leider) gar nicht mehr war. Wem diese Strecke keine Begeisterung für Schräglage entlockt, dem kann wahrscheinlich nicht geholfen werden. Für mich bedeutet Motorradfahren mehr als nur Kurven, aber bei der Strecke kann ich auch nicht mehr anders. Tja, und so bin ich halt schon eine Stunde später wieder in Pesada.

Ich trinke gemütlich einen Kaffee und mache am Anlegeplatz ein Nickerchen ehe sich dieser langsam mit Einheimischen füllt. Kurz vor 17:00h dann plötzlich mächtiges Palaver und ein Mann wird sichtlich aufgefordert aktiv zu werden. (Ich sollte wohl an dieser Stelle erwähnen, dass ich kein Wort Griechisch spreche.) Er lässt sich breitschlagen und fordert einen Anderen auf, seinen Roller so hin zu stellen, dass er seinen Aktenkoffer darauf ablegen kann. Aber nicht irgendwo, sondern an einer ganz bestimmten Stelle und in einem bestimmten Winkel. Nachdem dies geschehen ist, zücken die Jungs ein paar Scheine und versammeln sich um ihn herum. Was passiert? – Er öffnet den Koffer und verkauft die Tickets für die Fähre, ist doch klar!!! Für € 10,00 bekomme ich mein Ticket und aufgrund der fast 2 Stunden Verspätung geht der Kaffee an Bord auf den Kapitän.

 

Ich fahre noch bis kurz nach Zakynthos und finde nach längerer Suche eine Bleibe. Ist auch hier noch recht schwierig etwas ruhigeres, abgelegenes zu finden, was zu dieser Jahreszeit offen ist, aber dafür ist es dann wirklich ruhig. Ich habe Glück und bekomme ein Apartment im Haus am Strand mit Garten und Balkon für mich alleine. Das Haus ist eins von zwei am ganzen Strand/Bucht und als einziger Gast kann ich tun und lassen was ich will. Ich beschließe, zwei Nächte zu bleiben um mal wieder alles auf Vordermann zu bringen. Die Kette muss gespannt werden, ein bisschen Wäsche waschen, Tagebuch und Reisebericht schreiben und einfach mal wieder entspannen.

 

02.05.04
Eigentlich wollte ich ja noch ein bisschen die Insel besichtigen, aber irgendwie kann ich mich im Moment gar nicht dazu aufraffen. Habe bis Mittag all diese Dinge gemacht, die ich gestern erwähnt habe. Mal sehen, vielleicht später, gehe jetzt mal ein Nickerchen am Strand machen.

Und tatsächlich, ich habe es geschafft. Allerdings war es die Mühe nicht wirklich wert. Ja, es gibt noch ein paar einsame Flecken und ich habe sogar eine mindestens 1 Meter lange Schlange auf der Straße gesehen, aber im Wesentlichen ist diese Insel fest im Griff von jungen Engländern die sich hier die Kante geben. Noch ist, Gott sei Dank, nichts los, aber ab dem 07. Mai sollen sie kommen und die vielen Tavernen mit bunten Lichtern und tropischen Namen lassen erahnen, dass es viele sein werden.

Ich beschließe daher die Weiterfahrt und breche am nächsten Morgen auf.

Rückblickend kann ich empfehlen, die Strecke in 14 Tagen zurückzulegen. Verbringt man jeweils 2-3 Nächte auf den Inseln, hat man genug Zeit um alle kleinen Strecken zu entdecken und die Sehenswürdigkeiten und Strände zu genießen. Die Strecke ist ein Traum für große Reiseenduros, aber durchaus auch auf reinen Asphalthobeln zu bewältigen. Teilweise kann der Belag etwas geflickt sein, und wer sich nur nach Himmelsrichtung orientiert muss damit rechnen, dass die Straße plötzlich nicht mehr asphaltiert ist, aber wem das nicht recht ist, der kann ja zurück fahren und einen anderen Weg suchen. Die Inseln sind so klein, dass es kaum eine Rolle spielt.

Unterkünfte/Empfehlungen:

Wer über die Toskana fahren und dort ein paar Tage verbringen möchte, empfehle ich einen Blick auf www.santantonio.it zu werfen. Ferienwohnungen im Herzen der Toskana. Bei Buchungsanfragen den Hinweis aus diesem Reisebericht erwähnen, je nach Reisezeit ist vielleicht ein Sondertarif möglich.
Auf Kefallonia kann ich die Ortschaften Poros und Skala empfehlen. Das Hotel Oceanis in Poros war wirklich schön und der Preis war gut.
Im April/Mai muss damit gerechnet werden, dass vieles noch geschlossen ist, aber es findet sich immer eine Übernachtungsmöglichkeit und die Belohnung ist die Ruhe und die Leere auf den Straßen.
Für persönliche Rückfragen bin ich über meine Webseite www.imara.de zu erreichen.

Viel Spaß beim ausprobieren.

Carsten Schmidt

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