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Fortsetzung:

 

Am nächsten Tag wollen wir runter in den Süden bis zur Grenze nach Montenegro, zum Anfang des kroatischen Teils der Jadranska magistrale. Die Straße ist kurvig, es geht bergauf, bergab, vorbei an tollen Felsformationen, blühenden Bäumen und Gärten. Kurz hinter Gornji Kraj, fünf Kilometer vor unserem Ziel, ist die Fahrt zu Ende. Zwei Nissan Patrol der Vereinten Nationen versperren uns den Weg. Soldaten steigen aus: Major Junaedi Naukebaya (38, Indonesier), Major Manuele Wernli (38, Schweizer) und Oberstleutnant Jan Nadolski (43, Pole), Mitglieder einer Blauhelmtruppe. Wir sind versehentlich in die "Blaue Zone" eingedrungen, einem militärischen Sicherheitsbereich, der seit dem Krieg zwischen Serben und Kroaten (1991 bis 1995) von der UN kontrolliert wird - Zutritt streng verboten. Wir müssen umdrehen. Schade, doch in Dubrovnik trösten wir uns mit einem Bummel über die Kilometer lange Stadtmauer:

Zu unserer Füssen liegt ein Meer aus roten, frisch gedeckten Dächern. Zwischen 1. Oktober und dem Frühsommer 1992 griffen die Serben Dubrovnik mit Flugzeugen, Kriegsschiffen und Artillerie an, allein am 6. Dezember 1991 schlugen über 600 Granaten in der Stadt ein. Zwei Drittel der 824 Altstadthäuser wurden getroffen, 483 Dächer zerstört, 9 Paläste brannten durch Phosphorgranaten aus, die wertvollsten Bauwerke Dubrovniks waren zum Teil schwer beschädigt. Der Schaden betrug über 2,5 Milliarden Dollar. Mit internationaler Hilfe wurde die Stadt in Rekordzeit wiederaufgebaut. Die Kriegsschäden sind bis auf wenige völlig beseitigt, Dubrovnik sieht von oben aus wie neu.

Am anderen Tag sind wir schon früh unterwegs. Die Küstenstraße ab Dubrovnik ist gut ausgebaut. Mit Tempo 80 bis 100 kommen wir ordentlich voran. In weiten Kurven schwingt die Staße nach Nordwesten, hinter jeder Biegung tut sich ein neues Panorama auf. Wir beschließen, die kurze Durchfahrt durch Bosnien über die Halbinsel Pelješac zu umfahren.

Die Nebenstraße ist kurvig, enger, oft liegt Sand auf der Fahrbahn. Landschaftlich ist das Sträßchen eine Wucht: Es führt auf einen Höhenrücken, vorbei an 500, 600 Meter hohen Bergen. Dazwischen gibt´s immer wieder tolle Ausblicke auf die Küste.

Gegen Mittag erreichen wir nach einer abenteuerlichen Abfahrt Orebi´c, einen kleinen, malerischen Ort am Meer. Wir lassen das Gepäck in einer Pension und fahren gleich zum Hafen. Mit dem Schiff geht´s in 15 Minuten zur Insel Kor`´cula.

Die gleichnamige Stadt am Meer ist ein Meisterwerk der mittelalterlichen Baukunst. Sie liegt auf einem kleinen, felsigen Hügel, der durch eine Landzunge mit der Insel verbunden ist. Die meisten Bauwerke, darunter der Dom St. Markus, stammen aus dem frühen 15. Jahrhundert.

Wir haben vom Fahren noch nicht genug, wollen ans andere Ende der Insel. Die Straße schlängelt sich durchs Inselinnere, ist wunderbar einsam. Für die rund 50 Kilometer brauchen wir fast eine Stunde.

Auf dem Rückweg biegen wir Richtung Meer ab, fahren an der Küstenstraße entlang. Hier schaffen wir nur noch Tempo 30. Doch das Panorama lohnt die Kriecherei – der Blick von hoch oben auf die Buchten des Meeres ist atemberaubend.

Erst mit der letzten Fähre fahren wir zurück zur Pension. Am nächsten Tag geht´s aufs Festland. Wir wollen zur Riviera von Makarska. Die rund 65 Kilometer dorthin sind ein einziger Kurvenrausch. Die Straße führt mal rauf, mal runter direkt ans Meer. Rechts neben uns werden die Berge immer höher, der Blick erinnert mehr ans Hochgebirge als an eine Küstenstraße.

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