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09.06.99
Ich fass’ es nicht, blauer Himmel und ganz angenehme Temperaturen. Ideal für einen Tag in Schottlands Hauptstadt.
Ein kurzer Schauer auf der Princes Street konnte uns ebenfalls nicht die gute Lauen vermiesen. Wir besichtigten zuerst das Edinburgh Castle, machten eine Stadtrundfahrt mit Guide Friday und verbrachten den Tag damit kreuz und quer durch Edinburgh zu laufen. Zur „Feier des Tages“ gönnten wir uns ein Essen in dem nicht gerade billigen Hard Rock Cafe (ein echtes). Aber ich dachte mir, da muss man auch mal gewesen sein.

10.06.99
Wir haben den Zeltplatz noch um einen Tag verlängert und sind noch einmal in die Stadt gefahren, denn es gibt noch viele sehenswerte Einrichtungen in Edinburgh. Und das Wetter spielt heute auch wieder mit, anscheinend scheint in Edinburgh immer die Sonne, zumindest fast immer. Wir besichtigten den Palace Of Hollyroodhouse, Calton Hill, die Camera Oscura, The Museum Of Scotland and The Royal Museum Of Scotland.
Was für ein Programm. Klingt eigentlich gar nicht viel, aber es waren doch einige Kilometer, die wir so gelaufen sind. Ein Glück, morgen geht’s weiter.

11.06.99
Mein erster Gedanke war: „Na, so wie es heute morgen aussieht, werden wir wohl wieder eine Regenfahrt haben.“ Aber es sollte anders kommen, denn als wir aus Edinburgh in Richtung Norden rauskamen, klarte der Himmel auf. Wir nahmen die  für Motorräder mautfreie, spektakuläre Forth Bridge (überspannt den Firth Of Forth) die parallel zur Firth Of Forth Railroad Bridge verläuft in Richtung Stirling.
Doch bevor wir da hin kamen, besichtigten wir noch kurz das Wallace-Monument. In Stirling angekommen, hielten wir uns immer in Richtung TI (Tourist Information), und die war zufällig (oder gewollt) direkt neben dem Castle. Die Besichtigung desselben sparten wir uns diesmal, denn wenn man ein paar Castles besichtigt hat, kennt man die anderen auch. In den meisten werden ja doch hauptsächlich nur Waffen, Bilder, Möbel etc. ausgestellt. Nach einer kurzen Rast und einem englischen Eis ging es dann weiter über Aberfeldy und Pitlochry bis zu unserem heutigen Zielort Blair Atholl. Und was soll ich sagen, es hat nicht einen Tropfen Regen gegeben. So kann das weitergehen.

12.06.99
In der Nacht fing es an zu regnen und es hat auch am Vormittag nicht aufgehört. Wir sind aber trotzdem nach Blairgowrie gefahren, denn da soll heute eine „Pipes & Drums - Parade“ stattfinden, die wir uns gerne ansehen wollen. Aber die nette Lady im TI sagte zu uns, dass das eine Veranstaltung von der örtlichen Schule sei, und sie nicht wisse, ob das bei diesem schlechten Wetter überhaupt durchgezogen wird. Also fuhren wir, ohne etwas gesehen zu haben, wieder zu unserem Campingplatz, das ist übrigens der „Blair Atholl Caravan Park“. Wir kochten uns wie fast jeden Tag unser Nudel-Fertiggericht und hofften, das der Regen nachlässt, denn eigentlich hätten wir noch einmal einkaufen fahren müssen. Aber es hörte nicht auf, und so saßen wir zusammen und fingen vor Langeweile an Unsinn zu erzählen, von wegen die Fähre umbuchen, 3 Wochen sind viel zu lang, und so weiter. Und irgendwann kam dann auch schon die Nacht. Na endlich.

13.06.99
Als wir aufgewacht waren, bemerkten wir zu unserem Erstaunen, dass es gar nicht mehr regnete. Aber als wir aus unseren Zelten krochen, fiel uns auf, dass der Wind jetzt aus der Richtung kam, in die er gestern Abend wehte. Da war unsere Befürchtung natürlich, dass das schlechte Wetter von gestern zu uns zurück kommt, aber ganz so schlimm kam es dann doch nicht. Am Vormittag besichtigten wir Blair Castle, das direkt an unseren Zeltplatz grenzte, aber der Duke Of Atholl war wohl gerade nicht zu Hause. So war der Vormittag wenigstens auch vorüber gegangen. Nach einem warmen Mittagessen spielten wir ein bisschen Tischtennis (außerdem gab es noch ein paar Billard- und einen Kickertisch zur Freizeitgestaltung). Den Besuch der Bells Destille cancelten wir aufgrund des andauernden Nieselregens. Da kommt so eine schöne warme Dusche doch viel besser, zumal man dort oben so lange duschen kann wie man will, denn man braucht nicht, wie in Deutschland, für’s duschen zu bezahlen. Wir haben dann noch ein paar Klamotten durchgewaschen und zum trocknen in die Laundrette gehangen, denn morgen geht’s es endlich weiter, und wer weiß wann wir wieder einen Trockenraum haben.

14.06.99
Nach langer Pause in Blair Atholl ging es nun erst einmal weiter in Richtung Inverness. Unseren ersten Zwischenstop legten wir in Culloden Moor, kurz vor Inverness, ein.
Aber da auch dort, wie fast überall, ca. 6,00 £ Eintritt verlangt wurden, beließen wir es, ohne audiovisuelle Führung, bei einem kleinen Rundgang und ein paar Fotos. Dann ging es weiter nach Inverness, was nicht unbedingt auf dem nächsten Tourplan stehen muß, denn so toll fand ich diese Stadt nicht. Aus Inverness raus hielten wir uns auf der Nordroute um das sagenumwobene Loch Ness. Wir besichtigten Urquhart Castle, in dessen Nähe Loch Ness am tiefsten sein soll (knapp 230 m) und fuhren mal bei der offiziellen Nessie Ausstellung vorbei, wo so ziemlich alle Dokumentationen über Nessie-Sichtungen zu besichtigen sind, aber ein Eintrittspreis von 6,50 £ war uns dann doch zuviel.
Unsere Zelte bauten wir auf einem Campingplatz direkt am Ufer des Loch Ness auf, auf dem Loch Ness Camping & Caravan Site. Dieser Campingplatz wurde uns empfohlen, allerdings mit dem Hinweis: „It’s basic!“ - Wir fanden ihn recht „nice“. Und so entstand unser Motto der Tour.
Das Wetter war, bis auf 5 min Regen, eigentlich ganz in Ordnung heute. Nur meinen persönlichen Tiefpunkt des Urlaubs sollte ich heute erleben, denn ich habe mir in meinen Hinterreifen eine Schraube eingefahren, und verlor natürlich Luft. Ich kann gar nicht sagen, wie sauer ich war.

15.06.99
Heute ging es gleich frühs ab nach Fort Augustus. Da Fort haben wir nicht gesehen, aber ein zünftiges schottisches Frühstück gab’s in Fort Augustus. Gut gestärkt ging’s auf wunderschön zu fahrenden Straßen durch bis zum Eilean Donan Castle am Loch Duich. Als meistfotografiertes Castle Schottlands ist es in jedem Schottlandkalender enthalten, bekannt wurde es auch durch den Film Highlander I. mit Christopher Lambert. Eigentlich wollten wir in der Nähe unsere zelte aufschlagen und morgen dann auf Skye fahren, aber da es erst mittags war, beschlossen wir, auf Skye zu übernachten. Also fuhren wir bei Kyle Of Lochalsh über die neue Skyebrücke. Wir fuhren dann ein bisschen entlang der Küste und fanden einen Campingplatz an einem kleinen Fjord in der Nähe von Sligachan. Das war der „basicste“ Campingplatz überhaupt.  Nachdem wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten, wechselte das Wetter. Bisher war es sonnig, aber das was uns nun bevor stand, und noch die ganze Nacht und den nächsten Morgen anhalten sollte, wünsche ich eigentlich keinen Camper.
Wir hatten sogar am Abend noch unsere Motorräder mit Sturmleinen abgespannt, sicher ist sicher. Aber das größte Problem sollte mein Zelt darstellen, denn mit einem einfachen Igluzelt ist einem solchen Sturm nichts entgegen zu setzen. Der Sturm drückten das Außenzelt an das Innenzelt, und somit war der Wassereinbruch natürlich nicht mehr aufzuhalten, zwischenzeitlich drückte der Sturm die Zeltwand soweit ins Innere, das ich mich wie frisch geduscht fühlte. An Schlaf war natürlich kaum zu denken.

16.06.99
Skye ist sehr zu empfehlen, wenn man ein Wohnmobil hat.
Der Nieselregen von gestern hat sich über Nacht in einen waagerechten Sturm verwandelt. Nach einiger Wartezeit und einem Gespräch mit dem Warden (Campingplatzverwalter) waren wir uns einig, dass das so keinen Sinn hat weiterzufahren, und wir Skye im nächsten Jahr noch einmal besuchen wollen, dann aber besser ausgerüstet. Bei dem Regen legten wir also die Zelte, in voller Ausrüstung,  so schnell wir konnten ein, und gaben uns Mühe zu verschwinden. Am Himmel sahen wir einen hellen Fleck und das war unser Ziel. Wir fuhren immer Richtung heller Fleck. Aber sowie wir einmal anhielten, um etwas zu essen, fing es wieder an zu regnen. Wir waren uns einig, heute nicht zu zelten, sondern uns eine B&B-Übernachtung zu suchen. In Kinross, kurz vor Perth, wurden wir dann fündig, es war mittlerweile auch schon 17.00 Uhr. Ein schönes Quartier mit netten Leuten, einer warmen Dusche und einem Bett. Was für eine Wohltat.
Da wir den ganzen Tag vor dem uns verfolgenden Regen geflohen sind, hatte ich auch nicht wirklich das Bedürfnis verspürt, Fotos zu machen.

17.06.99
Ich traute meinen Augen nicht, strahlend blauer Himmel, soweit das Auge reicht. Das ist unvorstellbar. Gestern noch Weltuntergangsstimmung und heute so etwas. Unglaublich! Um 8.00 Uhr gab es dann wieder ein echtes schottisches Frühstück mit Cerials, Milk, Juice, Tea, Bacon, Toast, Sausages, Tomato and Haggis (den haben wir aber dann doch auf dem Teller gelassen). Wir nutzten das schöne Wetter und düsten nach Mortonhall (Edinburgh). Als wir dort ankamen, waren noch einige dabei abzureisen, aber das störte uns nicht. Wir breiteten als erstes unsere Zelte und unsere sonstigen durchnässten Habseligkeiten aus und es dauerte auch nicht lange, bis alles trocken war. Als wir alles soweit stehen hatten, suchten wir den Kawasaki-Händler in Edinburgh (ich hatte das Händlerverzeichnis mit), denn ich hatte ja noch die Schraube im Hinterreifen und  musste jeden Abend und jeden Früh ungefähr 1 bar nachfüllen. Man sagte mir, dass so ein Reifen nicht repariert werden dürfe, da es ein Hochgeschwindigkeitsreifen sei. Der neue Hinterreifen sollte ca. 400,- DM kosten; das würde aber ein großes Loch in meine Reisekasse stoßen. Ich sagte, ich überlege es mir noch einmal und wir fuhren wieder zum Campingplatz. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich mir den Reifen nicht kaufen werde, die eine Woche werde ich auch noch schaffen, wir fahren eben etwas langsamer und müssen öfter die Luft überprüfen. Ich rief bei meinem Motorradhändler an, und bestellte den Hinterreifen, damit er auch gleich da ist, wenn ich wieder nach Hause komme. Den Rest des Tages vertrieben wir uns mit Kartenspielen.

18.06.99
Heute haben wir einen Ruhetag in Edinburgh eingeplant. Wir fahren mit dem Bus in die Stadt und wollen noch ein paar Museen abklappern. Was halt noch so sehenswert ist.

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